Faltenunterspritzung mit Hyaluronsäure

Was ist Hyaluronsäure?

Hyaluronsäure ist ein wichtiger Bestandteil des Bindegewebes und somit eine natürliche, körpereigene Substanz (Polysaccharid, „Zuckerverbindung“), die auch in der Gelenkflüssigkeit oder im Glaskörper des Auges vorkommt.

Eine ihrer wichtigsten Eigenschaften ist die Fähigkeit große Mengen Wasser zu binden und zu speichern. Dadurch ist die Hyaluronsäure in besonderem Maße für die Elastizität der Haut verantwortlich und regt die Kollagen-Neubildung an.

Produzieren die Hautzellen mit zunehmendem Alter immer weniger körpereigene Hyaluronsäure führt dies zum Volumenverlust und es können Fältchen oder eingefallene Areale auftreten. Neben dem natürlichen Alterungsprozess kann auch eine zu hohe UV-Belastung die Produktion dieser körpereigenen Substanz mindern.

Illustration Faltenarten

Die in der Medizin zur Faltenbehandlung eingesetzte Hyaluronsäure wird in unterschiedlichen Molekülgrößen und Vernetzungsgraden mithilfe biotechnologischer Verfahren im Labor hergestellt.

Anwendungsgebiete

Seit den 80er Jahren kommt Hyaluronsäure in vielen Bereichen der Medizin zum Einsatz. Sowohl in der Faltentherapie als auch zur Behandlung Arthrose-geschädigter Gelenke oder bei Belastungsinkontinenz hat sich diese natürliche Substanz bewährt. Selbst Nasensprays und Halstabletten beinhalten zum Schutz der Schleimhäute heutzutage Hyaluronsäure.

In der Ästhetischen Medizin wird diese Substanz seit mehr als 10 Jahren in der Faltentherapie und zur Modellierung von Gesichtskonturen eingesetzt. Im Gegensatz zu den herkömmlichen Fillern wie beispielsweise Kollagen oder Silikon besitzt Hyaluronsäure den Vorteil, dass sie auf eine ganz natürliche Art und Weise wieder vom Körper abgebaut wird und dadurch auch eine deutlich höhere Verträglichkeit aufweist.

Insbesondere bei statischen Fältchen wie beispielsweise der Nasolabialfalte oder der „Zornesfalte“ hat sich die Unterspritzung mit Hyaluron bewährt. Aber auch Volumenverluste in den Wangen, Lippen und Ohrläppchen, Asymmetrien im Bereich des Kinns, Augenringe, eingezogene Brustwarzen, eingesunkene Narben oder andere Unebenheiten der Haut lassen sich durch eine Behandlung mit Hyaluronsäure wieder „aufpolstern“ und harmonisch ausgleichen.

Für die verschiedenen Behandlungsareale stehen Hyaluronsäuren in unterschiedlichen Molekülgrößen und Vernetzungsgraden zur Verfügung. Aufgrund ihrer Eigenschaften und hohen Verträglichkeit ist Hyaluron heutzutage die am häufigsten verwendete Füllsubstanz (Filler) als Goldstandard.

Wie wirkt Hyaluron?

Hyaluron wirkt stimulierend und sorgt dafür, dass vermehrt Wasser im Bindegewebe gebunden und gespeichert wird. Dadurch erscheint die Haut „praller“ und die Fältchen werden „unterpolstert“ bzw. Volumenverluste oder eingesunkene Narben von innen ausgeglichen. Durch ihre feuchtigkeitsspendenden und feuchtigkeitsbindenden Eigenschaften stabilisiert die Hyaluronsäure das Bindegewebe und verbessert die Elastizität sowie Spannkraft der Haut.

Nach einer Behandlung mit Hyaluronsäure ist das Ergebnis sofort sichtbar. Der volle Effekt setzt aber erst nach 1 bis 2 Wochen ein.

Wie lange hält die Wirkung der Hyaluronsäure an?

Wie lange die Wirkung bzw. der Effekt der Hyaluronsäure anhält, ist individuell verschieden und hängt von vielen Faktoren wie dem Behandlungsareal, der Injektionstechnik, dem Vernetzungsgrad der Hyaluronsäure aber auch der jeweiligen genetischen Veranlagung, der individuellen Gesichtsmimik sowie Umwelteinflüssen und Lebensgewohnheiten ab.

In der Regel hält der Effekt zwischen 6 Monaten und 2 Jahren (manchmal auch länger) an.

Faltenbehandlungen mit Hyaluron

Aufgrund ihrer Eigenschaften eignet sich Hyaluronsäure besonders gut zur Behandlung statischer Falten, die durch eine verminderte Fähigkeit der Haut Wasser zu speichern und den Verlust ihrer Elastizität mit zunehmendem Alter entstehen.

Diese unerwünschten Veränderungen lassen sich mithilfe von Hyaluron problemlos behandeln. Dafür wird die Hyaluronsäure unterhalb der Falte injiziert, wodurch diese für einen gewissen Zeitraum „aufgepolstert“ und die Haut im Behandlungsareal revitalisiert wird. Die natürliche Mimik bleibt dabei erhalten und das geglättete Behandlungsareal sorgt für eine optische Verjüngung.

Tiefe Nasolabialfalten, Mundwinkelfalten („Marionettenfalten“, „Merkelfalten“), Lippenfältchen, und Fältchen in der Halsregion lassen sich mithilfe von Hyaluron zuverlässig und effektiv behandeln. Neben der Faltenbehandlung kommt Hyaluron ebenso bei der Modellierung von Gesichtskonturen z.B. „Hängebäckchen“, Augenringen („Tränenrinne“), Lippen, Wangen, eingezogenen Brustwarzen oder zur Korrektur von Narben und anderen Unebenheiten der Haut zum Einsatz.

Für jedes Behandlungsareal stehen passende Hyaluron-Präparate in verschiedenen Molekülgrößen und Vernetzungsgraden zur Verfügung.

Die Behandlung mit Hyaluronsäure

Vor der Behandlung

Vor der Behandlung wird jeder Patient in einem 15 bis 30-minütigen Beratungsgespräch über alle Therapieoptionen sowie mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt. Der „Ist-Zustand“ wird anhand von Fotos dokumentiert. Die therapeutischen Ziele werden individuell festgelegt und der passende Hyaluron-Filler für die Behandlung gewählt. Ein natürliches Ergebnis hat dabei immer oberste Priorität.

Was ist vor der Behandlung zu beachten?

• 2 Wochen vor der Behandlung sollten keine blutverdünnenden Medikamente wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS®, Aspirin®), Marcumar®, Plavix® etc. eingenommen werden

Wann darf eine Behandlung mit Hyaluron NICHT durchgeführt werden?

• Bei Allergien gegen die Inhaltsstoffe
• Bei Hautinfektionen im Behandlungsareal
• In der Schwangerschaft und Stillzeit

Wann muss individuell entschieden werden, ob eine Behandlung mit Hyaluron durchgeführt werden kann?

• Bei bestimmten Autoimmunerkrankungen
• Bei der Einnahme von blutgerinnungshemmenden Medikamenten wie beispielsweise Acetylsalicylsäure (ASS, Aspirin), Marcumar oder Plavix, da sie das Risiko von Nachblutungen und Blutergüssen erhöhen
• Bei Gerinnungsstörungen, die ebenfalls das Risiko von Nachblutungen und Blutergüssen erhöhen
• Bei leichten Entzündungen (z. B. Akne) im Behandlungsareal
• Bei Allergien gegen lokale Betäubungsmittel (Lokalanästhetika-Unverträglichkeit). Alternativ können auf Wunsch auch Präparate ohne Zusatz von Lokalanästhetika eingesetzt werden

Während der Behandlung

Hyaluronsäure Injektion

Die Behandlung erfolgt ambulant und dauert je nach Befund ca. 15 bis 30 Minuten. Nachdem das Behandlungsareal desinfiziert ist, wird die Hyaluronsäure unter die Haut injiziert. Ein lokales Betäubungsmittel ist in der Spritze enthalten. Bei der Injektion kann ein leichtes Druckgefühl bzw. Brennen auftreten. Eine Lippenunterspritzung kann auf Wunsch auch unter lokaler Betäubung („Zahnarztspritze“) erfolgen.

Nach der Injektion wird das Behandlungsareal massiert, um eine optimale Verteilung des Fillers zu erreichen. Bei erhöhter Blutungsneigung kann durch sanftes Drücken der Einstichstelle (wie bei der Blutabnahme) das Auftreten von Blutergüssen vermieden werden.

Nach der Behandlung

Nach der Behandlung darf der Patient die Praxis direkt verlassen. Minimale Rötungen und/oder Schwellungen (vergleichbar mit Insektenstichen) können unmittelbar nach der Behandlung im Bereich der Einstichstellen auftreten. In der Regel verschwinden diese Veränderungen aber nach etwa 10 Minuten wieder, sodass meist keine Spuren der Behandlung mehr zu erkennen sind. Das leichte Taubheitsgefühl, das aufgrund des in der Spritze enthaltenen lokalen Betäubungsmittels auftreten kann, hält für gewöhnlich maximal 2 Stunden an.

Je nach Behandlungsareal wird zur optimalen Verteilung des Hyaluron-Fillers eine sanfte Massage empfohlen. Welcher Druck dabei ausgeübt werden darf, wird dem Patienten in der Praxis gezeigt.

Was ist nach der Behandlung mit Hyaluronsäure zu beachten?

• Die ersten 4 Stunden nach der Behandlung NICHT auf die Seite legen. Dadurch soll eine ungleiche Verteilung des Materials und damit ein ungleichmäßiges Ergebnis vermieden werden
• Kein Sport innerhalb der nächsten 24 Stunden
• Keine Sauna oder Solarium (Infektionsprophylaxe)
• Keine Gesichtsmassagen

Wann tritt die Wirkung ein?

• Die Wirkung bzw. der Effekt ist sofort sichtbar
• Nach 1 bis 2 Wochen, wenn die Hyaluronsäure vermehrt Wasser gebunden und gespeichert hat, zeigt sich die volle Wirkung

Mögliche Nebenwirkungen und Begleiterscheinungen nach der Behandlung

• Leichtes Druckgefühl bzw. Brennen im Behandlungsareal
• Taubheitsgefühl im Behandlungsareal (durch das lokale Betäubungsmittel)
• Schwellungen und Rötungen im Bereich der Einstichstellen
• Hämatome (blaue Flecken)
• In extrem seltenen Fällen können Entzündungen an den Einstichstellen auftreten

Mögliche ästhetische Nebenwirkungen

• Ein asymmetrisches, d. h. ungleichmäßiges Behandlungsergebnis. Dies kann in der Regel durch eine Nachinjektion behoben werden.
• Manche Patienten können die Hyaluronsäure unter der Haut ertasten. In solchen Fällen empfiehlt sich eine sanfte Massage der Behandlungsareals.
• In seltenen Fällen kann die Substanz auch durch die Hautoberfläche durchschimmern (wie winzige Perlen unter der Haut). Dieser unerwünschte Effekt kann mithilfe eines Gegenmittels (Hyaluronidase) problemlos behoben werden. Die Hyaluronsäure wird dabei aufgelöst und innerhalb von 24 Stunden durch den Körper abgebaut. Auch Überkorrekturen können so leicht beseitigt werden.

Insgesamt stellt die Behandlung mit Hyaluronsäure eine sehr effektive und zudem risikoarme Behandlungsmethode dar. Bei fachkundiger Anwendung treten Nebenwirkungen nach einer Behandlung extrem selten auf.

Wann sollte eine Wiedervorstellung erfolgen?

• Am Tag nach der Behandlung kann ein Kontrolltermin erfolgen
• Nach 1 bis 2 Wochen, wenn sich der volle Effekt zeigt, wird ein Termin zur Kontrolle und abschließender Fotodokumentation bzw. gegebenenfalls Nachinjektion vereinbart.

Das Ergebnis der Hyaluron-Behandlung

Schon unmittelbar nach der Behandlung ist das Ergebnis sichtbar, das seinen vollen Effekt aber erst nach 1 bis 2 Wochen zeigt. Die geglättete, jugendlich frisch wirkende Haut sorgt für ein harmonisches Gesamtbild sowie eine optische Verjüngung. Die äußerliche Optimierung wirkt sich auch positiv auf das allgemeine Wohlbefinden des Patienten aus. Eine risikoarme Behandlungsmethode mit einem natürlichen und sofort sichtbaren Ergebnis.

Häufig gestellte Fragen (F.A.Q.) - Hyaluronsäure Filler

Was sind Filler?

Als Filler werden in der Ästhetischen Medizin Füllsubstanzen bezeichnet, die zur Unterspritzung von Falten, zum Volumenaufbau sowie zur Behandlung von Gewebedefekten in verschiedenen Behandlungsarealen eingesetzt werden.

Neben der Hyaluronsäure stehen noch andere Füllsubstanzen zur Verfügung. Aufgrund ihrer Eigenschaften und guten Verträglichkeit wird die Hyaluronsäure aber heutzutage bevorzugt eingesetzt.

Gibt es noch andere Arten von Fillern?

Ja, es gibt noch weitere Füllsubstanzen wie beispielsweise Kollagen, Silikon, Eigenfett Transplantation oder Poly-L-Milchsäure. Da Hyaluron-Filler aufgrund ihrer Eigenschaften und guten Verträglichkeit heute die modernste und sicherste Therapieoption darstellen, werden sie bevorzugt in der Ästhetischen Medizin eingesetzt.

Je nach Befund und Behandlungsareal kann aber auch eine Therapie mit einer anderen Füllsubstanz außer Hyaluron in Erwägung gezogen werden.

Wie wird ein Hyaluron-Filler angewandt?

Der Hyaluron-Filler wird im Behandlungsareal direkt unter die Hautoberfläche injiziert. Die Tiefe der Injektion hängt von der jeweiligen Lokalisation sowie von dem verwendeten Material ab. Das Ergebnis ist sofort nach der Behandlung sichtbar. Wenn die Hyaluronsäure nach einigen Tagen genügend Wasser gebunden hat und die Füllsubstanz „anschwillt“, zeigt sich der volle Effekt.

Lassen sich nur Falten mit Hyaluron behandeln?

Nein, mit Hyaluron können auch Substanzverluste ausgeglichen und/oder Areale „aufgepolstert“ werden, in denen mehr Volumen erwünscht ist. So lassen sich Lippen, eingefallene Wangen, Augenringe oder eingesunkene Narben (z. B. Aknenarben) mithilfe der Hyaluronsäure „aufpolstern“ und somit korrigieren.

Darüber hinaus kommen Hyaluron-Filler auch bei Nasen- und Kinnkorrekturen sowie bei der Rekonstruktion von Brustwarzen zum Einsatz.

Wann darf eine Behandlung mit Hyaluronsäure NICHT durchgeführt werden?

Während der Schwangerschaft und Stillzeit, bei Allergien gegen die Inhaltsstoffe sowie bei schweren Hautinfektionen im Behandlungsareal darf eine Anwendung mit Hyaluron NICHT durchgeführt werden.

Bei leichten Infektionen im Behandlungsareal sowie bei der Einnahme blutgerinnungshemmender Medikamente (z. B. ASS®, Aspirin®, Marcumar®, Plavix®) bzw. bei bekannten Gerinnungsstörungen wird je nach Befund und Lokalisation individuell entschieden, ob eine Behandlung mit Hyaluronsäure durchgeführt werden kann.

Tut die Behandlung weh?

In der Regel nicht, allerdings hängt dies auch immer vom individuellen Schmerzempfinden sowie vom Behandlungsareal ab. Die meisten Präparate enthalten heutzutage ein lokales Betäubungsmittel, das seine Wirkung bereits während der Behandlung entfaltet.

Besonders empfindliche Stellen wie beispielsweise die Lippen können auf Wunsch auch betäubt werden („Zahnarztspritze“), so dass überhaupt kein Schmerz zu spüren ist.

Ist die Wirkung sofort nach der Behandlung sichtbar?

Ja, die Wirkung bzw. der Effekt ist sofort nach der Behandlung mit Hyaluron sichtbar. Das endgültige Ergebnis zeigt sich aber erst nach 1 bis 2 Wochen, wenn das Bindegewebe vermehrt Wasser gebunden und gespeichert hat.

Wie lange hält die Wirkung der Hyaluronsäure an?

Wie lange die Wirkung bzw. der Effekt der Hyaluronsäure anhält, hängt von verschiedenen Faktoren wie dem Behandlungsareal, der Injektionstechnik, dem Vernetzungsgrad der Hyaluronsäure aber auch der jeweiligen genetischen Veranlagung, der individuellen Gesichtsmimik sowie Umwelteinflüssen und Lebensgewohnheiten ab. In der Regel hält der Effekt zwischen 6 Monaten und 2 Jahren oder sogar länger an.

Kann ich direkt nach der Behandlung wieder zur Arbeit?

In der Regel können Patienten ohne jegliche Einschränkungen unmittelbar nach der Behandlung wieder zur Arbeit gehen. Treten sichtbare Rötungen oder kleine Hämatome (blaue Flecken) im Bereich der Einstichstelle auf, dürfen diese mit Camouflage abgedeckt werden.

Darf ich direkt nach der Behandlung Sport machen?

Nein, am Tag der Behandlung sollte unbedingt auf Sport verzichtet werden. Am nächsten Tag ist Sport wieder problemlos möglich.

Warum sehen manche Menschen so „aufgespritzt“ aus? Werde ich auch so aussehen?

Das Ergebnis hängt sowohl vom „Geschmack“ des Patienten als auch vom Können bzw. Fingerspitzengefühl des behandelnden Arztes ab. Es gilt: „weniger ist mehr“. Ein natürliches Ergebnis hat immer oberste Priorität. Bei fachkundig durchgeführten Unterspritzungen ist die Angst „aufgespritzt“ auszusehen somit eher unbegründet.

Wenn mir die Hyaluron-Unterspritzung nicht gefällt, kann man sie wieder rückgängig machen?

Ja, mithilfe eines Gegenmittels (Hyaluronidase) kann die Füllsubstanz verflüssigt und vom Körper innerhalb von 24 Stunden wieder abgebaut werden .

4.7 von 5 Sterne (442 Stimmen)
| Faltenunterspritzung Hyaluronsäure
| Bewertung von jameda