Proktologie

Diagnostik sowie Therapie von Erkrankungen des Enddarms

Für viele Patienten ist diese Region jedoch immer noch eine „Tabuzone“ – aus Scham, Ekel oder Unwissenheit. Kommt es dann zu Beschwerden am After, ist der Leidensdruck umso größer.

Häufig wissen Betroffene auch nicht, an wen sie sich in einem solchen Fall wenden sollen. Bei Frauen ist oft der Hausarzt oder der Gynäkologe die erste Anlaufstelle.

Folgende Beschwerden treten häufig auf:

  • Juckreiz und Blutungen am After
  • Analekzeme
  • Hämorrhoiden (Gefäßerweiterungen des Afters)
  • Fissuren (schmerzhafte Einrisse)
  • Feigwarzen (Condylomata acuminata)
  • Marisken (Hautfalten am Afterrand)
  • Angst vor Tumoren oder Infektionen
  • Seltener kommt es zu einer vollständigen oder partiellen Ausstülpungen des Enddarms (Anal-/Rektalprolaps)

Leistungsspektrum Proktologie

In der Privatpraxis Dr. Hilton & Partner gehört die Diagnostik und Therapie der häufigsten Enddarmerkrankungen zum umfangreichen Leistungsspektrum.

In unserer Praxis erfolgt die Diagnostik mittels:

  • Proktologischer Untersuchung des Enddarms
  • Labortests

Je nach Befund erfolgt die Therapie in unserer Praxis mittels:

  • Sklerotherapie (Verödung)
  • Lasertherapie
  • Operation

Häufige Erkrankungen des Enddarms

Analekzem

Als Analekzeme werden Rötungen und Entzündungen der Haut um die Afteröffnung bezeichnet. Sie sind in der Regel harmlos, doch leiden Betroffene oft erheblich unter unangenehmen Begleiterscheinungen wie einer nässenden und/oder blutigen Haut sowie starkem Juckreiz.

Ursache

Die Ursachen für das Auftreten von Analekzemen sind sehr vielfältig. Häufig wird die besonders dünne und empfindliche Haut in der Analregion durch übermäßiges Waschen sowie den Kontakt mit Reizstoffen (z. B. Seifen, Salben, Toilettenpapier etc.) und/oder unverträglichen Speisen (z. B. scharfe Gewürze, Kaffee, Rotwein) überfordert. Allergien sind oft die Folge, die mit Rötungen, Juckreiz und ausgeprägten Ekzemen in der Pofalte einhergehen können.

Ist die empfindliche Haut in dieser Region einmal geschädigt, können sich Pilze und Bakterien im feucht-warmen Milieu leichter ansiedeln, eine Infektion auslösen und die Beschwerden noch verstärken.

Auch innere Hämorrhoiden oder eine leichte Stuhlinkontinenz führen zu einer ständig gereizten sowie feuchten Afterregion und können das Auftreten von Analekzemen ebenfalls begünstigen.

Analekzeme zeigen sich aber auch im Zusammenhang mit Erkrankungen wie beispielsweise einer Neurodermitis oder Schuppenflechte (Psoriasis). In solchen Fällen treten Analekzeme jedoch selten alleine, sondern meist begleitet von weiteren Hautveränderungen auf.

Behandlung

Vor der Behandlung sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um die Ursache für das Analekzem festzustellen. Je nach Art und Umfang des Befundes werden die geeigneten therapeutischen Maßnahmen vom behandelnden Arzt eingeleitet.

Durch eine rechtzeitige Behandlung kann verhindert werden, dass sich Analekzeme zu einer chronischen Erkrankung entwickeln.

Ergebnis

Nach erfolgreicher Therapie sind das Analekzem und die lästigen Begleiterscheinungen wie der quälende Juckreiz oft dauerhaft verschwunden. Die Lebensqualität und das allgemeine Wohlbefinden der Patienten sind deutlich verbessert.

Hämorrhoiden

Jeder Mensch besitzt am Darmausgang Blutgefäße, durch deren Weitstellung die Feinregulierung des Schließmuskels erfolgt. Dadurch wird verhindert, dass Darmflüssigkeiten und Gase von alleine nach außen dringen. Kommt es zur Erweiterung dieser Gefäßkomplexe, spricht man von Hämorrhoiden.

Bei einem Hämorrhoiden-Leiden ist das Polster an den Blutgefäßen „ausgeleiert“ und in seiner Funktion eingeschränkt. Im fortgeschrittenen Stadium treten sicht- und tastbare weiche Knötchen aus dem After heraus.

Auch wenn Hämorrhoiden selbst selten Beschwerden verursachen, so kann es im
fortgeschrittenen Stadium aufgrund von austretenden Darmflüssigkeiten und der ständig gereizten Afterschleimhaut zu Juckreiz, Brennen, Schmerzen, Nässen, Wundgefühl, Entzündungen und/oder einem Fremdkörpergefühl kommen.

Geringe Mengen Blut beim Stuhlgang können ein erstes Anzeichen für ein Hämorrhoiden-Leiden sein. Viele Betroffene schämen sich aber häufig so sehr, dass sie einen Arztbesuch lange aufschieben. Bei rechtzeitiger Behandlung können Hämorrhoiden aber sehr wirkungsvoll behandelt und ein chronisches Hämorrhoiden-Leiden verhindert werden.

Hierzulande gehören Hämorrhoiden zu den sogenannten Volksleiden, auch wenn niemand gerne darüber spricht. Ältere Menschen, Frauen nach der Schwangerschaft oder Patienten mit einer Bindegewebsschwäche sind am häufigsten davon betroffen.

Ursache

Die Ursachen für das Auftreten eines Hämorrhoiden-Leidens sind sehr vielfältig. Die genetische Veranlagung, der natürliche Alterungsprozess, eine Bindegewebsschwäche, Übergewicht sowie durch falsche Ernährung hervorgerufene Verstopfungen spielen in vielen Fällen eine entscheidende Rolle.

Aber auch Schwangerschaften oder Sportarten, bei denen der Beckenbereich stark beansprucht wird, begünstigen das Auftreten von Hämorrhoiden.

Behandlung

Vor der Behandlung sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um die Ursache sowie das Stadium des Hämorrhoiden-Leidens festzustellen. Je nach Befund werden die geeigneten therapeutischen Maßnahmen vom behandelnden Arzt eingeleitet.

Liegen die vergrößerten Hämorrhoiden noch im Inneren des Afters und fallen nur durch Auflagerungen von hellrotem Blut im Stuhl oder durch Juckreiz auf, können sie mithilfe der Sklerotherapie (Verödung) behandelt werden.

Treten die Hämorrhoiden beim Pressen bereits sichtbar aus dem After aus, ziehen sich aber bei Entspannung wieder von selbst zurück, kann auch in diesem Stadium noch mit der Sklerotherapie (Verödung) behandelt werden.

Lassen sich die vergrößerten und aus dem After heraustretenden Hämorrhoiden nur noch bis zum nächsten Pressen mit dem Finger nach Innen zurückverlagern, werden sie je nach Grad der Beschwerden mit einer Schlinge abgetragen oder durch einen chirurgischen Eingriff entfernt.

Sind die Hämorrhoiden bereits chronisch vergrößert und lassen sich auch nicht mehr mit dem Finger nach Innen zurückschieben, kann nur noch ein chirurgischer Eingriff die Beschwerden lindern.

Sklerotherapie (Verödung)

Bei der Verödung von Hämorrhoiden wird ein Wirkstoff (Polidocanol) in das betroffene Gefäß injiziert, der eine lokale Entzündung auslöst. Der Blutfluss im betroffenen Gefäßabschnitt wird unterbunden, und das Gefäß verklebt. Die sichtbar aus dem After heraustretenden Hämorrhoiden verkleinern sich.

Je nach Ausgangsbefund muss diese Behandlung mehrmals wiederholt werden, bis das gewünschte Ergebnis erzielt und das Hämorrhoiden-Polster „eingeschrumpft“ ist.

Nach der Behandlung kann es zu leichten Nachblutungen und/oder einem schmerzhaften Druck beim Stuhlgang kommen. In seltenen Fällen können wenige Stunden bis Tage nach der Behandlung auch schmerzhafte Blutgerinnsel (Analvenenthrombosen) auftreten.

Ergebnis

Nach erfolgreicher Therapie sind die vergrößerten Hämorrhoiden „geschrumpft“ oder im Fall eines chirurgischen Eingriffs vollständig entfernt. Mit dem Ergebnis geht auch eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität und des allgemeinen Wohlbefindens der Patienten einher. Die unangenehmen Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen, Nässen und/oder Blutungen verschwinden.

Marisken

Marisken sind weiche Schleimhautfalten, die einzeln oder vermehrt am Afterrand in unterschiedlicher Größe auftreten können. Es sind in der Regel harmlose Hautveränderungen, die sich häufig ohne Begleiterscheinungen zeigen.

Wird jedoch die Analhygiene durch die Falten beeinträchtigt, können Marisken auch Infektionen und Entzündungen im Afterbereich begünstigen. Juckreiz, Brennen, Blutungen und/oder ein Fremdkörpergefühl sind häufig die Folge.

Mehr als die Hälfte der Bevölkerung ist im Laufe ihres Lebens von solchen Schleimhautfalten am After betroffen. Marisken treten bei Frauen wie Männern gleichermaßen auf, doch sind Frauen häufig schon im zweiten Lebensjahrzehnt, Männer dagegen oft erst ab dem vierzigsten Lebensjahr davon betroffen.

Ursache

Meist entstehen Marisken durch leichtere Hämorrhoiden-Vorfälle, Analfissuren oder Analfisteln. Sie können aber auch nach einer proktologischen Operation oder während bzw. nach einer Schwangerschaft auftreten. In einigen Fällen lässt sich überhaupt keine Ursache feststellen.

Behandlung

Marisken können chirurgisch entfernt oder mithilfe modernster Laserverfahren abgetragen werden. Vor der Behandlung sollte jedoch immer eine ärztliche Abklärung erfolgen. Sind die Marisken so stark ausgebildet, dass sie die Analhygiene beeinträchtigen, wird schon aus medizinischen Gründen zu einer Entfernung geraten.

Nach der Behandlung kann es zu leichten Nachblutungen und/oder Wundschmerzen bei den ersten Stuhlgängen kommen. In der Regel ist die Wundheilung aber innerhalb einer Woche abgeschlossen.

Ergebnis

Nach erfolgreicher Behandlung sind die störenden Marisken verschwunden und mit ihnen auch die unangenehmen Begleiterscheinungen wie Juckreiz, Brennen, Schmerzen und/oder Blutungen. Eine angemessene Analhygiene ist wieder möglich.

Feigwarzen (Condylomata acuminata)

Als Feigwarzen oder auch Genitalwarzen werden sichtbare Hautwucherungen im Genitalbereich bezeichnet, die durch Humane Papillomviren (kurz: HPV)ausgelöst werden. Sie können vereinzelt in Form von kleinen fleischfarbenen Papeln bis hin zu großen „Warzenbeeten“ auftreten.

Feigwarzen gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Geschlechtskrankheiten. Neben dem Genitalbereich können sie auch die Analregion oder in seltenen Fällen sogar die Mundschleimhaut befallen.

In der Regel verursachen die unscheinbaren Feigwarzen keinerlei Beschwerden, weshalb sie häufig lange unentdeckt bleiben. Die Virusinfektion kann sich durch Rasieren oder Wachsen weiter ausbreiten und auch an Sexualpartner weitergegeben werden.

In den meisten Fällen bleibt die Virusinfektion ohne Folgen. Wurde sie jedoch durch sogenannte „High risk-Viren“ (z. B. HPV 16 oder 18) ausgelöst, erhöht sich in den betroffenen Schleimhäuten das Risiko an bösartigen Tumoren zu erkranken. Dies betrifft v.a. Frauen, bei denen es durch die HPV-Infektion zur Entstehung von Gebärmutterhalskrebs kommen kann. Daher wurde für junge Mädchen und Jungen vor einigen Jahren eine Schutzimpfung eingeführt, um sie vor einer Neuansteckung zu schützen.

Da Feigwarzen zu den ansteckenden Geschlechtskrankheiten gehören, sollten sie – sobald sie entdeckt wurden – umgehend von einem Arzt behandelt werden.

Ursache für Feigwarzen

Feigwarzen werden durch HPV-Viren ausgelöst. Diese Viren regen die Hautzellen zu einer übermäßig starken Vermehrung an, wodurch es zur sichtbaren Warzenbildung kommt.

In den meisten Fällen werden Feigwarzen durch ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Leider kann auch die Kondombenutzung nicht 100%ig vor einer Infektion schützen, da Feigwarzen auch an Regionen auftreten können, die nicht vom Kondom bedeckt werden und es sich um eine Schmierinfektion handelt. Eine Ansteckung auf beispielsweise öffentlichen Toiletten, in der Sauna oder auf dem Solarium ist jedoch eher selten.

Behandlung von Feigwarzen

Vor der Behandlung sollte eine ärztliche Abklärung erfolgen, um eine Verwechslung mit anderen Hauterkrankungen wie beispielsweise Penispapillomen auszuschließen. Feigwarzen werden heutzutage bevorzugt mit der Kryotherapie (Vereisung) oder mithilfe modernster Laserverfahren behandelt.

Bei der Behandlung kommen spezielle Betäubungscremes zum Einsatz, die ein nahezu schmerzfreies Abtragen der Feigwarzen ermöglichen. In vielen Fällen ist nur eine Sitzung erforderlich. Da es sich bei Feigwarzen um eine Virusinfektion handelt, kann es bis zur vollständigen Abheilung aber auch zu Rückfällen kommen, so dass gegebenenfalls weitere Behandlungen notwendig sind.

Um solche Rückfälle zu vermeiden bzw. schnell zu erkennen, wird zu engmaschigen Kontrollterminen geraten. Eine Kontrolle und bei Bedarf Mitbehandlung des Partners ist dringend zu empfehlen, um eine gegenseitige Wiederansteckung zu vermeiden.

Ergebnis

Nach erfolgreicher Behandlung sind die Feigwarzen verschwunden und mit ihnen auch die Ansteckungsgefahr. Ein virenfreies und ebenmäßiges Hautbild im Genitalbereich sind das Ergebnis.

Häufig gestellte Fragen - Proktologie

Wie läuft eine proktologische Untersuchung ab?

Vor der Behandlung findet ein Gespräch mit dem behandelnden Arzt statt. Darin werden unter anderem Informationen zur Art und Dauer der Beschwerden, zu den Stuhlgewohnheiten und möglichen Allergien abgefragt, die hinsichtlich der Diagnose und Wahl der Behandlungsmethode wichtig sind.

Anschließend nimmt der Patient auf der Untersuchungsliege Platz. Der Genitalbereich wird mit einem Tuch abgedeckt. Die Afterregion wird mithilfe einer Lupenleuchte untersucht. Bei Verdacht auf Pilz- oder bakterielle Infektionen wird ein Abstrich genommen. Für den Patienten ist diese Untersuchung in der Regel völlig schmerzfrei.

Im nächsten Schritt wird der Enddarmbereich mit einem Finger abgetastet. Das Tasten selbst verursacht keinerlei Schmerzen, allerdings kann beim Einführen des Fingers ein unangenehmer Druck entstehen, der aber nach wenigen Sekunden wieder nachlässt. Zur Überprüfung der Schließmuskelfunktion wird der Patient im Verlauf dieser Untersuchung zudem gebeten, den Schließmuskel für einen kurzen Moment anzuspannen.

Anschließend wird der Enddarm bis zum Übergang in die Darmschleimhaut noch mit einem Instrument (Proktoskop) untersucht. Das Proktoskop ist so breit und lang wie ein Mittelfinger und wird auf Raumtemperatur vorgewärmt. Auch beim Einführen des Instruments kann ein unangenehmes Druckgefühl auftreten, das ebenso schnell wieder nachlässt. Mithilfe des Proktoskops kann der Enddarm von innen untersucht werden.

Liegen Anzeichen einer Schleimhautveränderung, Entzündung oder Wucherung vor, wird bei Bedarf eine Gewebeprobe für weitere Untersuchungen (Biopsie) entnommen. Kleine Hämorrhoiden können während der proktologischen Untersuchung gleich mithilfe der Sklerotherapie (Verödung) entfernt werden.

Bei auffälligen Befunden oder dem Verdacht auf eine bösartige Veränderung sollte die weitere Diagnostik und Behandlung durch einen spezialisierten Kollegen erfolgen.

Muss ich vor der Untersuchung ein Abführmittel nehmen?

Für die ambulante Untersuchung des Enddarms muss der Patient KEINE Abführmittel nehmen. In seltenen Fällen wird bei starken Verunreinigungen eine Kompresse eingelegt, die beim nächsten Stuhlgang einfach wieder mit ausgeschieden wird.

Ist die Untersuchung schmerzhaft?

In der Regel verursacht die Untersuchung KEINE Schmerzen. Das Einführen des Fingers bzw. Proktoskops kann ein unangenehmes Druckgefühl verursachen, ist jedoch in den meisten Fällen nicht schmerzhaft.

Bei Analfissuren, entzündlichen Veränderungen, Abszessen oder ähnlichen Beschwerden in der Afterregion kann das Einführen jedoch als schmerzhaft empfunden werden. In seltenen Fällen muss die Untersuchung abgebrochen und in Dämmerschlafnarkose wiederholt werden.

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| Bewertung von jameda