Schuppenflechte

Fakten zu Schuppenflechte

  • Ursachen:genetisch, multifaktoriell
  • Behandlungsdauer:abhängig vom Schweregrad
  • Therapiemöglichkeiten:Lokaltherapie, Systemtherapien, Injektionen
  • Kosten:ab 50 Euro

Schuppenflechte (Psoriasis) – Ursachen, Symptome und Behandlung

Die Schuppenflechte, oder Psoriasis, ist eine genetisch bedingte, chronisch-rezidivierende (schubweise), entzündliche Hauterkrankung. Die typische Schuppenflechte äußert sich durch erhabene, rötlich entzündete Hautareale mit silbrigen Hautschuppen, was häufig mit einem unangenehmen Juckreiz verbunden ist.
Sie kann punktuell ausbrechen, oder sich großflächig auf dem gesamten Körper verteilen, wobei häufig die Ellenbogen, oder der Bereich der Knie betroffen sind. Auch das Gesicht, die Kopfhaut, Gelenke, Nägel, oder der Intimbereich sind davor nicht gefeit.
Die Ausbreitung und Ausprägung der Krankheit ist sehr individuell, weshalb auf jeden Patienten speziell zugeschnittene Therapiemöglichkeiten erarbeitet werden müssen. Ein Besuch beim Dermatologen ist auch bei einer leichten Schuppenflechte unbedingt notwendig.
Entgegen der gängigen Meinung, ist die Psoriasis nicht ansteckend. Sie ist genetisch bedingt, und die Anlage dazu wird vererbt. Doch auch wenn die Eltern, oder nahe Verwandte betroffen sind, muss diese Hautkrankheit nicht zwangsläufig ausbrechen. Auslöser sind häufig Infektionen, psychischer Stress, Hormonschwankungen (Schwangerschaft), oder mechanische Reizungen der Haut (Bsp.: zu enge Kleidung).
Rund 3 % der Bevölkerung leidet an Schuppenflechte und ist damit nicht nur einer bisher nicht heilbaren, aber oftmals gut therapierbaren Krankheit ausgeliefert, sondern muss sich, sofern sich die Schuppenflechte auf sichtbare Partien des Körpers ausweitet, mit Ausgrenzung und
Unverständnis auseinandersetzen. Dieser psychische Druck ist nach Meinung vieler Patienten die schlimmste Begleiterscheinung dieser Hautkrankheit.

Schuppenflechte – wer ist betroffen?

Die gängige Schuppenflechte bricht in den meisten Fällen vor dem 40. Lebensjahr aus, was unter den Begriff “Typ 1 – Psoriasis” deklariert wird. Die “Typ 2 – Psoriasis” zeigt sich hingegen erst später, ab dem 60. Lebensjahr. Im Gegensatz zu der gut bekannten Hauterkrankung Neurodermitis bricht die typische Psoriasis normalerweise nicht während der Kindheit, sondern erst im Jugendalter, oder später aus.
Nach Einschätzungen des Robert-Koch-Instituts geben rund 30-40 % der Betroffenen an, dass auch nahe Verwandte an dieser Hautkrankheit leiden. Die Veranlagung zur Psoriasis wird also vererbt und ist nicht ansteckend. Trotzdem muss nicht zwangsläufig bei jedem, in dessen Familie dieses Krankheitsbild verstärkt auftritt, die Schuppenflechte ausbrechen. Auslöser für den Ausbruch der Krankheit sind oft äußerlich bedingt. Infektionen, Verletzungen (Sonnenbrand, Tätowierungen, etc.), Stoffwechselstörungen, Hormonschwankungen (Schwangerschaft), Stress, verschiedene Medikamente, Übergewicht, oder ein erhöhter Alkohol-, und Nikotinkonsum können die Hautkrankheit begünstigen und einen Ausbruch auslösen.

Ursachen einer Psoriasis

Die Haut erneuert sich in einem regelmäßigen Rhythmus von 27-28 Tagen. Innerhalb der erkrankten Hautareale beschleunigt sich der Prozess auf ca. 6 – 7 Tage. Die Zellen der Epidermis (oberste Hautschicht) wandern somit viel schneller an die Oberfläche und verursachen stark durchblutete, rote Hautareale mit silbern glänzenden Hautschuppen. Die betroffenen Stellen sind oft stark abgegrenzt und jucken unangenehm. Trotzdem gleicht sich nicht jeder Ausbruch von Schuppenflechte und muss von einem Dermatologen erst diagnostiziert werden.

Symptome einer gängigen Schuppenflechte

Bilden sich auf der Haut mehr oder minder große, rote, erhabene Flecken, mit trockener, silbrig glänzender Schuppung, die sich klar von der gesunden Haut abgrenzt, handelt sich in den meisten Fällen um eine Schuppenflechte.
Doch nicht jede schuppende Hautirritation ist eine gängige Psoriasis. Es empfiehlt sich deshalb eine solche Stelle von einem Spezialisten untersuchen zu lassen. Denn nur eine umfangreiche Diagnose und ein geschultes Auge erkennen eine echte Schuppenflechte, oder eine ihrer Unterarten.

Verlauf der Erkrankung

Bei der Psoriasis gibt es sehr unterschiedliche Verläufe. Die Ausbrüche verlaufen schubweise, manchmal in geringerer, manchmal in großflächiger Ausprägung. Der Hautzustand kann sich bessern und verschlechtern. Sie kann über Jahre verschwinden aber dann doch wieder kommen.
Die Schuppenflechte kann sich in seltenen Fällen auch auf die Gelenke auswirken und eine sogenannte Arthritis begünstigen. Die Gelenke schwellen an, jede Bewegung schmerzt und die Gelenke werden langsam zerstört.
Eine andere Art äußert sich eher in keimfreien Pusteln an Händen oder Füßen. In diesen wenigen Fällen kann auch Fieber auftreten.

Behandlung einer Schuppenflechte

Heutzutage stehen verschiedenste Therapieoptionen zur Verfügung. Große Fortschritte wurden in den letzten 10 Jahren gemacht. Das moderne Ziel der Psoriasistherapie ist die Erscheinungsfreiheit. Leider bleibt die Psoriasis nicht heilbar. Die Therapie der Psoriasis muss nach der aktuellen Leitlienie der Deutschen dermatologischen Gesellschaft durchgeführt werden und sollte auf jeden Patienten individuell abgestimmt werden, da sich die Krankheit auf verschiedene Arten äußert, mehr oder weniger stark ausgeprägt sein kann, und jeder Mensch anders auf die unterschiedlichsten Methoden anspricht.

Äußerliche Behandlung der Psoriasis

Basis der Psoriasistherapie ist eine individuell abgestimmte Hautpflege. Auch das Pflegekonzept sollte dem Patienten angepasst werden. Eine durchgehend gute Hautpflege, sollte auch vorbeugend in den beschwerdefreien Zeiträumen betrieben werden.

Für die äußerliche Behandlung der Psoriasis steht eine Reihe von Wirkstoffen zur Verfügung. Substanzen wie Salicylsäure, oder Harnstoff werden eingesetzt, um die Schüppchen auf der erkrankten Haut zu entfernen. Des Weiteren werden auch Cortisoncremes zur Therapierung der Schuppenflechte eingesetzt. Moderne Cortisoncremes besitzen eine gute Wirksamkeit bei geringem Nebenwirkungspotenzial. Nichts desto trotz sollte die äußerliche Cortisonbehandlung ärztlich begleitet werden, um eine Ausdünnung der Haut zu verhindern. Weitere Stoffe wie Dithranol, Calcipotriol, Tacalcitol und Calcitiol besitzen unterschiedlichen Eigenschaften und stellen weitere Optionen für die äußerliche Behandlung der Psoriasis dar.

Innerliche Behandlung einer Schuppenflechte

Ist ein gewisser Schweregrad der Erkrankung erreicht, und schlagen die zur äußeren Anwendung verabreichten Medikamente nicht an, kann eine innerliche Behandlung (Systemtherapie) durch Einnahme der entsprechenden Medikamente erfolgen. Diese kann weiterhin mit der äußeren Behandlung kombiniert werden.

In den vergangenen Jahren sind eine ganze Reihe neuer Medikamente hinzugekommen, beispielsweise die so genannten Biologika. Sie sind körpereigenen Stoffen sehr ähnlich und unterdrücken während ihrer Wirkungsdauer die Symptome der Psoriasis (Adalmiumab, Etanercept, Sekukinumab, Ustekinumab). Diese Substanzklasse hat die Psoriasistherapie revolutioniert: biologische Therapien besitzen eine hohe Wirksamkeit bei sehr guter Verträglichkeit.

Unsere Spezialisten sind auf eine individuelle und moderne Therapie bedacht: Ziel der modernen Psoriasistherapie ist die Erscheinungsfreiheit. Vereinbaren Sie einen Termin mit uns, wenn Sie den Verdacht haben, an einer Schuppenflechte zu leiden. Wir kümmern uns um Ihre Belange und erarbeiten einen perfekten Therapieplan für Sie.

Ihr Experte

Dr. Rodrigo da MotaBenedikt ReisingDr. Nina Bunert
4.7 von 5 Sterne (442 Stimmen)
| Schuppenflechte
| Bewertung von jameda